GESCHICHTE DES LANDKREISES
Das Gebiet, auf dem heute der Landkreis Warszawski Zachodni liegt, hat eine außergewöhnlich reiche Geschichte vorzuweisen.
Der Ort Błonie gehört zu den ältesten Ortschaften der Region Masowien; er entstand neben einer mittelalterlichen Siedlung aus dem 13. Jahrhundert. Die Spuren der Besiedlung reichen, ähnlich wie im benachbarten Leszno, noch weiter zurück und stammen aus dem 8. Jahrhundert. Am 2. Mai 1338 wurde Błonie die Stadtverfassung nach Magdeburger Recht verliehen. Ab Ende des 14. Jh. war die Stadt Kreishauptstadt im Warschauer Land und ab Ende des 15. Jh. Sitz einer untergeordneten Starostei (poln. starostwo niegrodowe) und ein wichtiges Handelszentrum. Im 16. Jh. war Błonie hauptsächlich für seine Schuhmacher und Bierbrauer berühmt.
In den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts zerstörten schwedische Truppen die Stadt. Von 1807-1815 gehörte die Stadt zum Herzogtum Warschau und später zu Kongresspolen. An der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert erwachte die Wirtschaft im Ort zu neuem Leben, jedoch ließen die bei Błonie während des 1. Weltkrieges ausgetragenen Schlachten und eine Choleraepidemie die Bevölkerungszahl deutlich zurückgehen. Von 1900 bis 1925 war Błonie Landkreis. Die Jahre des 2. Weltkriegs forderten zahlreiche Opfer. 1939 wurde hier ein Übergangslager für polnische Kriegsgefangene und später ein Zwangsarbeitslager errichtet.
Eine ebenso reiche Geschichte hat Leszno aufzuweisen. Eine Ansiedlung bestand an dieser Stelle bereits 1400-1200 Jahre von unserer Zeitrechnung und die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1423. Im Mittelalter wurde Leszno Sitz der Familie Leszczyński aus der polnischen Wappengemeinschaft Boża Wola. Ab 1526 war es Teil der Woiwodschaft Masowien und bis 1945 im Privatbesitz; es gehörte u.a. den Familien Plicht, Łuszczewski, Szymanowski und Piotrowski. Die wirtschaftliche Entwicklung von Leszno nahm im 19. Jahrhundert an Fahrt auf und war besonders mit der Eröffnung der Zuckerfabrik "Michałów" im Jahre 1894 verbunden.
Bis in das Mittelalter reicht die Geschichte von Stare Babice, das bereits 1400 zum ersten Mal Erwähnung fand, Ożarów und Kampinos zurück. Die erste Erwähnung über das herzogliche Dorf Ożarowo stammt von 1414. Am dem Ende des 16. Jh. wurde es von den Warschauer Starosten verpachtet und war Teil ihrer Bezüge. 1901 nach der Gründung der Glashütte "Ożarów" in der Franziskanersiedlung beschleunigte sich die Entwicklung. Im September 1939 kam es im nahe gelegenen Ołtarzew zu hartumkämpften Gefechten mit den nazideutschen Invasionstruppen. Das Stadtrecht erlangte Ożarów im Jahre 1967.
Dem Ort Kampinos wurden 1414 die Stadtrechte verliehen. Der Ort gehörte zu dieser Zeit zum Kreis Mszczonów im Ciechanower Land. 1557 verlor der Kampinos seinen Stadtstatus wieder.
Izabelin ist die jüngste der Gemeinden im Landkreis. Sie existiert seit dem 1. Januar 1995. Die erste Erwähnung stammt aus dem 15. Jahrhundert und betrifft das Dorf Truskaw. Aus historischen Überlieferungen ist bekannt, dass die Bewohner des auf sehr unfruchtbarem Boden liegenden Dorfes sich hauptsächlich aus den Schätzen des Waldes unterhielten. Während des 2. Weltkrieges war hier die Widerstandsbewegung aktiv und es kam zu schweren Kämpfen mit den Besatzern.